Die Spur der Steine - Neueröffnung!

FilmplakatRegie:Frank Beyer
Darsteller:Manfred Krug, Krystyna Stypu?kowska, Eberhard Esche
Produktion:DDR 1966
Länge:139 min
Sprachversion:dt. Original
FSK:6

Die Wände sind neu verkleidet, die Klos riechen frisch und die durchgesessenen Polsterstühle sind einem Modell aus Holz gewichen. Doch der Stil und die Atmosphäre sind zum Glück erhalten geblieben. Das Kino im Kasten ist zurück! Mit neuer Leinwand, neuer Tontechnik und - wie gewohnt - der robusten 35mm-Technik aus der Tschechoslowakei. Gemeinsam mit euch möchten wir unseren Wiedereinzug in die August-Bebel-Straße feiern. Ihr habt die Gelegenheit hinter die neuen Kulissen zu schauen, euch im Foyer mit anderen Filmfans auszutauschen und nach dem Film noch ein wenig das Tanzbein zu schwingen.

Wir beschenken uns mit 3785 Meter Skandalfilm. "Spur der Steine" von Frank Beyer ("Jakob der Lügner", "Karbid und Sauerampfer") handelt von der überaus produktiven Bauarbeiterbrigade um Hannes Balla (Manfred Krug), die wenig von der Bürokratie der Planwirtschaft hält und sich fehlendes Baumaterial notfalls mit Gewalt besorgt. Der zuständige Parteisekretär Horrath (Eberhard Esche) duldet Ballas Aktionen, bis sich beide in die schöne Bauingenieurin Kati verlieben.

Ob es die egoistische Darstellung der Arbeiterklasse oder die unmoralische Figur des Parteisekretärs war, weswegen die Zensurstelle den Publikumserfolg schon nach wenigen Tagen aus den Kinos nahm, bleibt bis heute ungeklärt. Die Zeitung Neues Deutschland meinte, der Film verzerre das Bild des Sozialismus. Walter Ulbricht soll der Meinung gewesen sein, dass er Partei und Staat "in gröbster Weise verunglimpft" und ihn zwei Tage vor der Aufführung auf dem Filmfest Karlovy Vary als Teilnahmebeitrag zurückgezogen haben. 1989 durften die ostdeutschen Filmfreunde "Spur der Steine" dann wieder sehen, die gesamtdeutschen 1990. Mit diesem Film möchten wir einen augenzwinkernden Blick zurück in die Zeit werfen, als das KiK noch ein NVA-Lehrfilm-Kino war. Ein wenig (N)Ostalgie sei uns erlaubt.

Einlass 19:30 Uhr, Filmbeginn 20:30 Uhr
Eintritt: 3,- Euro



Mit freundlicher Unterstützung von Bunte Medien