![]() | Regie: | |
| Darsteller: | ||
| Produktion: | Diverse 2026 | |
| Länge: | min | |
| Sprachversion: | ||
| FSK: | 0 |
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Kein Vorverkauf, Tickets nur an der Abendkasse! (Nur Barzahlung)
Normal: 7€
Ermäßigt: 5€
Jahr für Jahr scheint unsere menschengemachte Welt mehr aus den Fugen zu geraten. Kriege und Genozide, Klimakollaps, ideologische Konflikte, digitale Empörung, Förderkürzungen – suchen Sie sich etwas aus! Und mit jeder neuen Ausgabe eines Filmfestivals kehrt die Frage nach dessen Rolle in einer solchen Welt zurück.
Jahr für Jahr klingen auch die Antworten vertraut: die Künste stärken, Filmschaffende unterstützen, Dialog pflegen, Brücken bauen. Wertvolle Worte – und oft genug wiederholt, dass sie zur institutionellen Fahrstuhlmusik zu werden drohen, zu aus Gewohnheit aufgesagten Mantras. Warum also weiterhin Einleitungen schreiben, wenn alle ohnehin schon wissen, was darin stehen wird?
Vielleicht, weil eine Einleitung weder Rechtfertigung noch Manifest ist, sondern eine Einladung – ein Angebot dafür, wie wir zusammenkommen wollen. Festivals können die Welt nicht reparieren, aber sie können temporäre Räume schaffen, in denen wir das Miteinander üben: zuhören, lachen, streiten, aufmerksam und neugierig sein.
Die Filme erden diese Aufmerksamkeit. Das diesjährige Programm navigiert die Komplexität unserer Zeit mit Arbeiten, die mal schreien und mal flüstern – Filme, die zögern, beobachten und auf Ambivalenz bestehen in einer Welt, die nach Gewissheit verlangt. Einige setzen sich direkt mit Machtstrukturen auseinander; andere spüren ihnen im Alltäglichen nach, entlang individueller Identitäten und kollektiver Geschichte.
Wenn Publikum und Filme aufeinandertreffen, treten Unterschiede unweigerlich zutage. Erwartungen prallen aufeinander, Vorurteile werden herausgefordert. Doch diese Reibung ist kein Scheitern, sondern gelebter Pluralismus. Wir betreten das Kino geprägt von eigenen Erfahrungen, Hoffnungen und Wünschen; diese Räume zu teilen heißt, Perspektiven zu begegnen, die unsere eigenen verunsichern – und neu auszuhandeln, was wir zu wissen glaubten.
Festivals sind keine neutralen Gebilde. Jede Auswahl trägt eine Perspektive in sich. Sie spiegelt nicht nur die Realitäten, die Filmschaffende beobachten, sondern auch die Gespräche, die wir als Programmer:innen in einer temporären Landschaft anstoßen möchten, geprägt von jenen, die sie betreten. Vielleicht schreiben wir diese Einleitungen weiter, um diesen gemeinsamen Anfang zu markieren – um anzuerkennen, dass wir uns für ein paar Stunden versammeln; präsent zu sein und zu entdecken, was es heißt, gemeinsam zu schauen, zu denken und zu fühlen.
Vincent Förster im Namen der Auswahlkommission für den Internationalen Wettbewerb
[tw: körperliche Gewalt, sexualisierte Gewalt]
Weitere Infos zum Programm: https://www.filmfest-dresden.de/de/programm/online-programm?prog=264571
No pre-sale, tickets available at the box office only! (Cash only)
Standard: 7€
Reduced: 5€
Year after year, our man-made world seems more out of joint. Wars and genocides, climate collapse, ideological conflict, digital outrage, funding cuts – take your pick. And with every new film festival edition, the question of its role in such a world returns.
Year after year, the answers sound familiar: champion the arts, support filmmakers, foster dialogue, build bridges. Worthy phrases – and repeated often enough to risk becoming institutional elevator music, mantras recited out of habit. So why keep writing intros if whoever reads them already knows what they will say?
Perhaps because an introduction is neither justification nor manifesto, but an invitation – setting the tone for how we wish to gather. Festivals cannot fix the world, but they can carve out temporary spaces where we practise being together: listening, laughing, disagreeing, attentive and curious.
The films ground that attention. This year’s programme navigates the complexities of our times with works that sometimes shout and sometimes whisper – films that hesitate, observe and insist on ambiguity in a world demanding certainty. Some confront systems of power directly; others trace them in the everyday across individual identities and collective histories.
When audiences meet these works, differences inevitably surface. Expectations collide; assumptions are challenged. Yet this friction is not a failure, but pluralism at work. We enter the cinema shaped by our own experiences, hopes and desires; to share those spaces means to encounter viewpoints that unsettle our own, and to renegotiate what we thought we knew.
Festivals are not neutral containers. Every selection carries a perspective, reflecting not only the realities filmmakers witness but also the kinds of conversations we as programmers hope to host in a temporary landscape shaped by those who enter it. We may keep writing these introductions simply to mark that shared beginning – to acknowledge that, for a few hours, we choose to gather, remain present and discover what it means to watch, think and feel together.
Vincent Förster on behalf of the Selection Committee for the International Competition
[tw: physical violence, sexualised violence]
Further information about the programme: https://www.filmfest-dresden.de/en/programme/online-programme?prog=264571


